Skroten utanför Ryd

Auf Deutch

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Åke von Myren

In der Zeit da der Tourismus immer grössere Bedeutung bekam, beides als kommunale Einnahmequelle und fuer private Zwecke, hat die Kommune Tingsryd relativ schnell und erstaunlicherweise eine neue Sehenswuerdigkeit dazu bekommen.
Der bekannte Autofriedhof von Kyrkö mosse. Dieser hat aus Sicht der Kommune den gleichen Stellenwert wie andere Sehenswuerdigkeiten innerhalb der Kommune Tingsryd, wie z.Bsp. „Lunnabacken“ oder „Korrö“, hunderte von kleinen Seen, brausende Wasserfälle, schöne Landschaften und viele kleine Wege die sich durch Wälder und kl. Dörfer schlängeln.
Natuerlich haben auch die Medien, z.Bsp. Presse, Radio, TV eine gewisse Rolle gespielt, das ist nicht zu leugnen. Journalisten suchen gern das Besondere und genau hier- zwischen alten Autowracks, abgestellt zwischen kleinen Bäumchen, haben sie eine fast unerschöpfliche Quelle gefunden- beides fuer Kamera und Schreibblock.
Als nächstes kommen die Zeitungsleser, Radiohörer und Fernsehzuschauer, sie haben nachgedacht und gestaunt, erfasst von Nostalgie und Reiselust. Bei manchen von ihnen kamen alte Erinnerungen an vergangene Zeiten und ihrem ersten Auto wieder hoch- vielleicht ein PV oder ein gebrauchter Volkswagen, und wie sie in Jugendjahren Krone fuer Krone gespart haben um dann endlich mit dem „frischen“ Fuehrerschein in der Jackentasche fahren durften. Daran sind auch andere schöne Erinnerungen geknuepft, der erste Sonntagsausflug, der erste Halt am Rastplatz, ein Picknickkorb auf dem Ruecksitz und ein Zelt im Kofferraum und spontane Uebernachtungen im Wald. Alles war so neu und abenteuerlich und weit weg vom normalen Alltag.
Nach all diesen Erinnerungen geht das Interesse ueber zum Autoatlas und sicher, es ist weit nach Myren in Småland, aber mit den heutigen modernen Autos in der Garage, gibt es ja nichts was abschreckt.

Die Entstehung- Der Anfang

In so gut wie allen Reportagen ueber das eigenartige Reiseziel sind es die verrosteten Autowracks, die im Vordergrund stehen, während die menschlichen Einsätze immer uninteressanter werden. Eigentlich sollte es genau andersherum sein. Ohne den Ideenreichtum des Gruenders wäre es hier nie zu dieser Sehenswuerdigkeit gekommen.
Es hiess Åke von Myren, sein richtiger Name war Åke Danielsson, geboren in Tröjemåla am 8. Mai 1914. Sein Vater war Steinmetz während seine Mutter sich um das Haus und die Kinder kuemmerte, vier Jungen und zwei Mädchen.
Zu dieser Zeit hatte Tröjemåla eine eigene Schule, beides fuer Neuanfänger und alla anderen Schulkinder. Da Åke beides, ältere und juengere Geschwister hatte, brauchte er niemals alleine zur Schule zu gehen. Nach der fuenften Klasse, der Konfirmation und ein-paar Jahren Volksschule, war er reif genug fuer den nächsten Schritt – ein sehr schwerer Schritt – direkt ins Arbeitsleben.
Auf einem relativ grossem Gutshof in Skåne arbeitete er fuer 25 Kronen im Monat, jeden einzelnen Wochentag, auch Samstags und Sonntags, von morgens 5 Uhr bis abends 7 Uhr. In Skåne wohnten die Knechte im Stall bei den Pferden. Die Kammer der Knechte war eine Art abgeteilte Ecke vom
Pferdestall, mit ungemalten Wänden, einem Steinboden und einem Bund Stroh im Bett, wo unzählige Flöhe und Läuse sassen und auf ihr Abendessen warteten. Fuer einen jungen Mann gab es da nicht viel erfreuliches und bereits vom ersten Tage an hatte Åke Sehnsucht nach seinem Elternhaus in Tröjemåla.
Aber genau zu dieser Zeit, cirka 1930, brach die weltweite Wirtschaftskrise aus und in dem so kleinen Schweden gab es ueber 30 % Arbeitslose. Eine Alternative gab es also nicht und erst einige Jahre später konnte Åke sich die langersehnte Heimreise leisten.

Der Torfarbeiter

Nach verschiedenen Arbeiten als Knecht in Småland u.a. in Herråkra, will Åke etwas anderes, neues ausprobieren, etwas wo er sein eigener Herr ist und selbständig arbeiten kann. 1935 kauft er ein Stueck Sumpfland und einen grossen breiten Spaten dazu. Er will aus diesem moorastigen Boden Torf gewinnen und verkaufen.
Sein Stueck Land gehörte zu dem Gehöft von Kyrkön, gelegen am Lönsbodaer Weg, cirka 3 km westlich von Ryd. Fuer die Eigentuemer des Gehöftes, Signe und Hugo Svensson, war diese sumpfige Gegend eine Einöde, die ihnen keinen Nutzen brachte. Die Kaufsumme war daher sehr gering, Käufer und Verkäufer waren sich schnell einig und konnten das Geschäft schnell abschliessen. Ein Kaufvertrag wurde geschrieben, Åke bezahlte die Summe und bekam dafuer eine Quittung. Aber aus irgendeinem Grund hatte er den Kauf nicht bei der Behörde eintragen lassen. Das bedeutet, das er nie der offizielle Besitzer des Grundstueckes wurde. Vielleicht dachte er es reicht mit einer Kaufquittung und die ganze behördliche Prozedur sei damit ueberfluessig.
Auf jeden Fall begann er das Torf umzugraben, liess es in der Sonne trocknen und stapelte dieses dann auf mehrere Häufchen in seiner kleinen Scheune. Schliesslich im Herbst verkaufte und lieferte das Torf an seine Kunden.

Der Verkäufer

In den 30-iger Jahren wurde die Torfware, welche gemischt wurde mit Tierurin und Tierkot, schnell zu einem guten und billigem Ersatz fuer den teuren Kaufduenger. Das einzige Problem war das Torf zu zerkleinern, ausgetrocknet durch die Sonne wurde es oft so hart, das eine Axt da das einzige Hilfsmittel war. Einige versuchten es mit einer Zerkleinerungsmaschine, aber dennoch war die Herstellung fuer alle sehr beschwerlich. Die Freude war daher gross, wenn ein grösserer Torffabrikant fertig zerkleinertes Torf lieferte und dieses nur noch fuer die Duengerherstellung gemischt werden musste.

Der Baumeister

Um mit der Konkurrenz mitzuhalten wurde es fuer Åke nötig eine Zerkleinerungsmaschine zu bauen oder besser gesagt eine kleine Torffabrik. Das wurde ein ziemlich hohes Gebäude, mit einer Presse im Erdgeschoss, der Zerkleinerungsmaschine im 1. Stock und ganz oben eine Art Transportband, welches das Torf zum Lagerungsplatz beförderte.
Ohne elektrische Kraft war diese ein sehr umständlicher Prozess. Daher bekamen alte ausgediente Automotoren eine ganz andere ungeahnte Funktion. Åkes kleine Torffabrik findet man auch heute
noch draussen auf Myren, sicherlich ist es nun sehr zerfallen und verwittert, aber trotzdem ist noch zu sehen wie das ganze einmal funktionierte.
1936 hatte Åke sein Häuschen gebaut, mit Sicherheit das kleinste Häuschen in der ganzen Gemeinde Almundsryd. Kueche, Schlafkammer, Speisekammer und Wohnraum, alles vereint in einem einzigem Raum, mit ganzen 12 qm.
Als Baumeister hat Åke gern neues ausprobiert, z.Bsp. benutzte er Torf als Isolierung in den Wänden und im Fussboden und um Ziegel und Mörtel zu sparen formte er die Grundmauer aus einem einzigen Stueck mit Zement.
Das eigentliche Hausgrundstueck wurde sorgfältig ausgewählt, es war etwas höher gelegen als der angrenzende sumpfige Boden. Heute ist auch noch ein Aussenhaus zu sehen, welches als wohlsortiertes Reserveteillager diente.
Ein Eldorado fuer junge Autobegeisterte, die fuer recht kleines Geld genau „das“ Detail bekamen welches sie benötigten. Weiterhin gab es einen Brunnen und ein Aussenklo, letzteres wurde leider zerstört.
Wenn all das nicht reichen sollte, können die Besucher auch die Reste von einem schmalspurigen Schienenweg sehen wo Åke einst seine Rohware zwischen Sumpf und Fabrik transportierte mit Hilfe einer kleinen Karre die er auf den Schienen entlang zog.

Das Automecka

Die Nachkriegszeit war ueberwiegend geprägt von der positiven Entwicklung. Es gab Arbeit, es gab Lebensmittel und verschiedene andere Waren. Dieses merkte man deutlich auf den Strassen, wo der Verkehr immer dichter wurde. Fuer Autoverkäufer waren es goldene Zeiten, aber auch fuer Fahrlehrer und Garagenbauer.
In den 50-ziger Jahren sprach man ueber das Auto als „eines jeden Mannes Eigentum“. Einige davon waren die alten vertrauten Modelle, die jetzt nach fuenf Kriegsjahren Zwangspause wieder ins Sonnenlicht fahren konnten. Sie rollten hinaus in alle Himmelsrichtungen, knatternd und stinkend, bis sie schliesslich- als ausgedientes Wrack- auf einem abgelegenen Waldweg abgeparkt wurden.
Diese Art von Verschrottung wurde bald zu einer Landplage und zugleich zu einem Umweltproblem, was nun neue Regelungen und Gesetze erforderte.
Ungefähr zur gleichen Zeit wurde Åkes Autoschrott bekannt, beides als Autofriedhof und als Ersatzteillager. Während sein Torfspaten in der Ecke vor sich hin rostete, bekam Åke immer mehr zu tun mit seinen neuerworbenen Autoteilen.
Eine Ausbildung als Automechaniker hatte er nicht, auch keinen Fuehrerschein, dafuer wurde er aber immer mehr zum Experten fuer die verschiedensten Automarken, alles von dem grossen amerikanischen Wagen bis hin zum kleinen Modell.
Wissend um die Regelungen der Umweltbehörde war er immer darauf bedacht, diese einzuhalten, u.a. mit dem Ausleeren von Öl- und Benzinbehältern, der Demontage von Batterien und anderen umweltgefärdenden Autoteilen.
Unter den Reserveteilen waren auch die Räder besonders gefragt und leicht zu verkaufen. Montiert auf sogenannte Gummiradwagen wurde das fuer Landwirte eine Art Modernisierung.
Unter der Motorhaube gab immer viel zum ausbauen, zu putzen, zu ölen oder ins Reserveteillager einzusortieren, aber ein ganzer Teil des Autos blieb auch uebrig fuer den Schritthaufen, z.Bsp.: räderlose Karossen, in all ihrem Elend aufgestapelt zu „Fotomodellen“.

Seltsam

Das Sehenswuerdigkeiten wie das Wasaschiff, Sarek, Birka und Zorn’s“mollige Frauen aus Dalarna“ lange Warteschlangen vor ihren Toren haben ist nicht besonders verwunderlich, aber das ein alter Autoschrottplatz in Småland ein so grosses Interesse erweckt ist fast schon unerklärlich.
Aber wie schon erwähnt waren die Medien eine grosse Hilfe das dieser elende und uebriggebliebene Schrottplatz mit seiner seltsamen Anziehungskraft jeden Sommer tausende von Besuchern anlockte.
Die erste Reportage – gross herausgegeben von der Smålandsposten- wurde von einer einheimischen Kerstin Bengtsson, geb. und aufgewachsen in Ryd, Handverksgatan, gemacht. Sie wohnt nun in Bjärryd und arbeitet als Realschullehrerin und ist gleichzeitig eine begeisterte und interessierte Fotografin. Vom ersten Besuch an verstand sich Kerstin gut mit Åke, sie durfte teilhaben an seinem Leben und durfte sowohl ihn als auch sein kleines Häuschen fotografieren- plus die lange Reihe von abgestellten Autowracks.
Aus diesen verschiedenen Fotos machte sie später eine Ausstellung welche in verschiedenen Orten, beides in Småland und Skåne gezeigt wurde. Nach diesem geglueckten Auftakt kamen auch die anderen – Presse, Radio, TV und recht schnell war dieses öde Rydmyren in aller Munde und genauso bekannt wie die richtig grossen Sehenswuerdigkeiten.
Der Tourismus bluehte in den Sommermonaten und im Herbst und erst als der erste Schnee fiel konnte Åke mit seinem alltäglichen Leben weitermachen.
An den langen dunklen Herbstabenden sass er ganz alleine in seinem Häuschen, heizte seinen Ofen mit Tannenzapfen und begann im Schein seiner Fotogenlampe Zeitschriften und Romane zu lesen, während der Hund – sein einziger Geselle – zu seinen Fuessen lag und schlief.

Die Missgunst

So verging die Zeit und bald war Åke gezwungen seinen Arbeitstakt und die Arbeitszeit zu senken. 1974 kaufte er sein letztes Schrottauto und als er dieses in seine Einzelteile zerlegt hatte beendete er seine Autoschrauberei. Aber richtig abschliessen konnte er nicht, da immer wieder Interessenten und Käufer zu seinem wohlsortierten Reserveteillager kamen. Ausser von Kunden war er auch oft von neugierigen Touristen umschwärmt.
Das sein Lebenswerk so populär und interessant fuer andere war, freute ihn sehr. Aber dieses brachte auch seine Schattenseiten mit sich samt Neid und Missgunst.Den Lobgesang der Medien und die hohen Besuchszahlen fanden nicht alle gut, so auch gewisse Vertreter der kommunalen Umwelt-und Baubehörde. In deren Augen war diese angepriesene Sehenswuerdigkeit etwas widerwärtiges, eine Verschmutzung der Natur, ein Umweltvergehen welches schnellstens beseitigt werden sollte.
In einem Treffen dieser Behörde in den 90-ziger Jahren wurde beschlossen das alle Autowracks von Kyrkömosse eingesammelt und zu einer regulären Autoverschrottungsanlage abtransportiert werden. Um diesem Beschluss Nachdruck zu verleihen, setzte die Behörde ein Bussgeld von 10.000 Kronen aus, sollten die Autowracks nicht bis spätestens 30. November 1998 entfernt werden.
In einem Bett im Altenheim „Solängen“ in Ryd nahm Åke den kaltherzigen Beschluss entgegen. In seinem nunmehr hohen Alter litt er an schwerer Diabetis und wurde seit mittlerweile 3 Jahren im Altenheim betreut.
Das Vergehen das er begangen hatte, nennt man heutzutage Wiederverwertung und Muelltrennung, zwei Arten von Muellsortierung die Schwedens Umweltministerium beschloss und welche in manchen Kommunen mit Blumen und einem Umweltpreis belohnt werden.
In den ganzen 30 Jahren hatte Åke genau das getan – wiederverwertet und sortiert. Cirka 130 Autos hatte er zerlegt, Autos die sonst irgendwo anders, z. Bsp. in den Wäldern abgestellt wurden. Es war eine schwere Arbeit, aber anstelle fuer Blumen bekam er ein Bussgeldandrohung.

Der Protest

Der kuehle Beschluss erhitzte die Gemueter beides von Rydbewohnern und die von anderorts und plötzlich merkte Åke das er auch Freunde hatte und das viele gegen den Beschluss der Kommune protestierten.
Einer von ihnen war Karl-Johan Krantz, Chef vom Schmålandsmuseum in Växjö. Entgegen der Taktik der Behörde schlug er vor den „Autofriedhof“ in Kyrkomyr zu schuetzen und zu bewahren. Das ganze Gebiert sollte ein Kulturreservat werden und Åkes kleines Häuschen sollte unter Denkmalschutz gestellt werden.
Im Landesgericht in Växjö, wo der Fall verhandelt werden sollte, war man jedoch geteilter Meinung. Fuer diesen Fall gab es eigentlich keinerlei Gesetze. Ein „Nein“ vom Landesgericht akzeptierte man nicht, der Museumschef uebergab den Fall einer höheren Instanz. Åkes alte Autowracks hielten Einzug ins Regierungsbuero. Dieses war hingegen der gleichen Ansicht wie das Landesgericht und damit war es der Beschluss der Kommune der zählte: „die Autowracks sollten verschwinden und geschieht dieses nicht schnellstens, tritt das Bussgeld in Kraft“ und ein alter kranker Mann muss seinen „Sparstrumpf“ leeren.
Dieser kaltherzige Beschluss hat erneut Diskussionen und Proteste hervorgerufen, auch unter Ärzten und Professoren, viele von ihnen stellten den Beschluss in Frage. Eine derartige Sanierung wuerde eine Menge Geld kosten, allein der Abtransport von 130 Autowracks kostete mindestens 100.000 Kronen und so viel Geld hatte Åke nicht.
Ausserdem wurde festgestellt das der Beschluss der Kommune zu spät kam, die eigentliche Autoverschrottung hörte zu Beginn der 70-ziger Jahre auf. Weder in der Zeit als Åke an seinen Autowracks arbeitete noch in der Zeit danach hatte die Kommune darauf reagiert und damit die Berechtigung fuer einen solchen Beschluss verpasst.

Die Schändung

Einer von vielen Standpunkten war der von Marianne Agetorp, ein aktives Mitglied im Natur-und Umweltverbund, wohnhaft Spjutaretorp. Sie sagte gerade heraus was viele dachten:“ Die alten Autowracks sollen da bleiben, wo sie sind, anders wäre es eine Art von Schändung“.
Viele Einwohner von Ryd wunderten sich, das sie ihre Sehenswuerdigkeit selbst finanzieren mussten, während andere, grössere Orte einen ansehlichen Zuschuss von der Kommune bekamen. Vielleicht lag diese Sehenswuerdigkeit am falschen Platz, vielleicht zu weit draussen im „Nichts“?
Wenn die Besucher von Kyrkömyr hungrig und durstig geworden sind, fuhren sie logischerweise zum nächstliegenden Ort. In Ryd gibt es mehrere Restaurants und fuer eine eventuelle Uebernachtung gab es das „Järnvägshotel“ und ein modernes Motel.

Das grosse Treffen

Nach all der Kritik und allen Diskussionen- auch veröffentlicht in der Presse- trifft sich die o.g. Behörde der Kommune im August 1999 zu einem „grossen“ Treffen, direkt am aktuellen Platz, – in Kyrkömosse, Ryd -. Ausser den Verantwortlichen, finden sich auch andere Beteiligte vor Ort ein, Vertreter der Landesregierung, Vertreter des Smålandsmuseums, Ryds Heimatverein, die neuen Grundstuecksbesitzer u.s.w.
Nach einem stillen Rundgang zwischen den rostigen Autowracks kommen die Verhandlungen in Gang. Heraus kommt dabei das die Kommune ihren alten Beschluss ändert und somit das Bussgeld gegen Åke Danielsson zurueck nimmt. Der Sprecher der Kommune teilt weiterhin mit, das alle Autowracks da bleiben duerfen, wo sie sind und das die neuen Grundstuecksbesitzer, Stig und Bengt Svensson, nicht mit weiteren Sanierungskosten belastet werden.
Der neue Beschluss stellt beide zufrieden, die Behörden und die Betroffenen. Ende gut – alles gut, könnte man sagen. Möglicherweise war ein Grossteil des Streites unnötig.
Sicherlich sind die alten Autoraritäten zum Verrotten verurteilt, aber genau dieser Prozess erweckt jetzt erneut das Interesse, beides von Wissenschaftlern und der Allgemeinheit. In einer neueren Reportage sah man Bilder von einem Messinstrument, welches auf den zehntel Millimeter genau angibt, wie tief eine mittelschwere Autokarosse jedes Jahr in den Boden einsinkt. Aber die totale Auflösung ist mit einem genauen Datum nicht voraus zu sagen, weder in Jahren noch in Jahrzehnten.

Im Gedenken

Auch nach der Jahrtausendwende kommen weiterhin viele Touristen, aber auch Journalisten, die immer wieder „neue“ Sichtwinkel finden fuer Wort und Bild.
Einer der ersten der sich fuer Kyrömosse angagierte, (Karl-Johan Krantz) ist sichtlich zufrieden ueber diese Entwicklung. In einem Zeitungsartikel sagte er: „ Und jetzt wo wir wissen wie das Ganze enden wird, liegt etwas andächtiges ueber diesem Platz.“
Aus einem dicken Stapel von Zeitungsausschnitten kann man u.a. einen japanischen Maschinendesigner zitieren, der nach seinem Besuch auf Myren sagte:“ auch die Technik geht in unsere Kulturgeschichte ein“.
Ein Gesellschaftsforscher aus Lund weist auf einen speziellen Zusammenhang hin: „Myrgrundstueck – Autowracks!“, während Kerstin Bengtsson glaubt „Das ganze Gebiet gleiche einem selbstzerstörerischen Bild“.
Ein Journalist aus Blekinge bestätigt eine gewisse Andächtigkeit ueber diesem Platz, genau wie der Museumschef aus Växjö. Die Besonderheit findet man schon in der Aussage: „Auch die Autos kommen in den Himmel!“ und in einem Artikel findet man unter einem abgebildeten Bild das wohlbekannte Zitat: „Aus Erde bis du entstanden, zu Erde sollst du werden“.

Der Schluss – Das Ende

Während alle diese formuliert, gelesen und disskutiert wurden, sass Åke in seinem Stuhl im Altenheim „Solängen“ und kämpfte mit seinen Beschwerden. Bereits in den 80-er Jahren hatte er schwere Nierenprobleme, welche notwendig machten, das er zur Kurzzeitpflege ins Altenheim musste. Auf sein Versprechen hin, seine Medikamente regelmässig einzunehmen, durfte er wieder in sein Häuschen zuerueckkehren.
Zum damaligem Zeitpunkt war Kyrkömosse auf dem besten Wege war eines der gefragtesten Touristenziele in der Kommune zu werden.
Bereits da hatte er aufgehört mit all diesen Autoschrauberein, nun begnuegte er sich damit seinen Haushalt in Ordnung zu halten und ein wenig Holz fuer den Eigenbedarf zu hacken. Aber er wurde immer schwächer und zog 1995 fuer immer ins Alten-und Pflegeheim.
Das erste Mal kam er noch mit dem Fahrrad , nun war er gezwungen sich fahren zu lassen. Im Heim ging es ihm eine Zeit lang besser, aber eine Rueckkehr in sein Häuschen war nicht geplant.
Åke erlebte die Jahrtausendwende genau wie den ersten Fruehling im neuen Jahrtausend. Im Herbst verschlechterte sich sein Gesundheitszustand immer mehr, daher wurde er in das Krankenhaus in Växjö verlegt, wo er nach kurzer Zeit verstarb, am 27. November 2000.
In einem anonymen Gemeinschaftsgrab fand er seine letzte Ruhe. Genauso still wie er gelebt hatte, war auch sein Abschied – ohne Todesanzeige, Trauergottesdienst oder Glockengeläut.
Sture Stamming
(Ein herzliches Dankeschön an seinen Bruder, Erik Danielsson, Ryd, fuer alle sachlichen und glaubwuerdigen Informationen).

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